| Miami-Lothar ist kein Maßstab |
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Es ist ja beeindruckend, wie schnell die Regierung auf den Bericht der Bild-Zeitung reagiert und eine Reform der Sozialhilfe für Deutsche im Ausland anstrebt. Wen wunderts, dass die CSU gleich noch eins draufsetzt und noch drastischere Einschränkungen fordert. Schließlich zahlt Bayern für über 400 der knapp 1000 Empfänger das Geld.
So viel Engagement hätte sich der Steuerzahler bei vielen anderen Themen gewünscht. Aber gerade bei der kleinen Zahl von Leistungsempfängern im Ausland handelt es sich weitgehend um echt Bedürftige, die jetzt Opfer des Übereifers der Politik werden. Der einzige Zweck ist jedoch nicht soziale Gerechtigkeit, sondern Opportunismus gegenüber den Wählern und der Presse.
Bei genauerer Recherche stellt sich zudem heraus, dass Miami-Lothar keineswegs ein Sozialschmarotzer ist. Der ehemalige Banker erkrankte an Bauchspeicheldrüsenkrebs und hat seine Frau verloren. Sein Vermögen opferte er für die Arztrechnungen. Erst nach seinem sozialen Abstieg wandte er sich mittellos an den Staat. Es ist auch vermessen, wenn man ihm unterstellt, dass seine Depressionen nicht existieren. Bis Gegenteiliges nachgewiesen wird, hat er als depressiv zu gelten. Immerhin wurde der Fall auch durch die deutsche Rechtsprechung behandelt und die Sozialhilfe wurde ihm rechtskräftig zugesprochen. Einen depressiven Mitmenschen darf man nicht aus seinem Umfeld reissen, da es sonst zu einem Suizid kommen könnte.
Eine einseitige Berichterstattung der Bild löst bei den willfährigen Politikern ein Lawine aus und begräbt unschuldige Leistungsempfänger. Mit etwas Recherche hätten sich die Bild und alle Politiker besser erst einmal ein wahres Bild von der Situation machen sollen. Für Gesetzesreformen bieten sich im Inland reichlich Möglichkeiten bei Sozialschmarotzern.
Klaus D. Minhardt 
Letzte Änderung: 10:28 11/08 2005
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