| Billiger Telefonieren? Kostenlos ist besser! |
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Seit der Privatisierung der Telekom sind die Telefonkosten durch den Druck der Call-By-Call-Anbieter drastisch gefallen. Mit Internettelefonie geraten die Telefongesellschaften jetzt weiter unter Druck. Verwendet man seinen Computer oder ein IP-Telefon für seine Gespräche, so geht es sogar kostenlos.
Bislang tummelten sich etliche Anbieter im Voice over Ip (VoIP) Markt und die Rechnerausstattung eignete sich oft nur begrenzt für das Telefonieren. Ein weiteres Problem lag in Netzwerkroutern, die bei vielen Programmen zu Verbindungsproblemen führten. Viele dieser kostenpflichtigen Anbieter wollten Preise, die lediglich bei Auslandsgesprächen ihren Reiz hatten. Viele Gründe für die berechtigte Abstinenz von dieser neuen Technik. 
Die Firma Freenet will mit seinem iphone jetzt eine neue Aera bei der Telefonie einläuten. Für 1 Cent rund um die Uhr in das deutsche Festnetz und für 19 Cent zu allen Handynetzen liegen die Preise erheblich unter denen der klassischen Telefonanbieter. Besitzt der Angerufenen einen PC mit geeigneter Software, so sind die Anrufe weltweit vollständig kostenfrei. Wer Verwandte oder Freunde im Ausland hat, weiß diesen Preis zu schätzen.
Leider zeigt sich das iphone bislang in unseren Tests nicht besonders verbindungsbereit. Es beginnt mit der unumgänglichen Registrierung, die ohne Angabe von Gründen viele E-Mail-Adressen verweigert. Die Software ist schnell heruntergeladen und installiert. Selbst für Anfänger kein Problem. Lediglich Soundkarte und eine Headset sollten zur Verfügung stehen. Natürlich geht es auch mit Mikrofon und Lautsprecher. Doch leider verweigert die Software die Anmeldung und die Hilfe gibt einem selbige nicht. Auch auf der Webseite "wird man nicht geholfen". Die teuere Hotline (1,24 €/Min) haben wir verweigert und es mit dem E-Mail Support versucht. Eine Antwort haben wir noch nicht erhalten. Nachdem sich das Anmeldeproblem von selbst erledigt hatte, ist es bislang noch nicht gelungen jemanden anzurufen. Die Software spielt zwar ein Freizeichen, beim Angerufenen tut sich leider nichts. Freenet erlaubt nur Anwendern mit Freenet DSL das Telefonieren in das Telefonnetz. Damit wird Freenet wohl eine Lösung für sehr wenige Kunden bleiben.
Die Software ist noch im frühen Entwicklungszustand. Das zeigt auch die Ankündigung, dass Nummern im Ausland oder Sonderrufnummern derzeit noch nicht möglich sind. In Zukunft soll man an seinem Computer auch von einem normalen Telefon aus erreichbar sein. Sollte sich Freenet dann auch noch entschliessen, dass alle Internetnutzer es verwenden dürfen, könnte es interessant werden. 
Die Programmierer des Kazaa-Netzwerkes haben ihre Erfahrung in den Bereich Internettelefonie eingebracht und eine genial einfache Lösung erstellt. Die kostenlose Software wird einfach von der Homepage www.skype.com geladen und stellt sich bei der Installation automatisch auf die Rechnersprache um. Nach der Installation registriert man sich im Programm als neuer Anwender und füllt seinen Telefonbucheintrag aus. Auch misstrauische Gemüter sollten hier ruhig die echten Daten eingeben, da man sonst kaum zu finden ist. Da man Anrufern eine Berechtigung zum Anrufen erteilen muss, ist mit unangenehmen Anrufen nicht zu rechnen. Ohne Berechtigung poppt lediglich ein Fenster auf und bittet um die Berechtigung.
Alle Gespräche in Skype sind kostenlos, da nur IP-Telefonate möglich sind. Die kostspieligen Anrufe in das normale Telefonnetz sind zur Zeit noch nicht vorgesehen. Dafür gibt es Konferenzgespräche für maximal 5 Teilnehmer und einen parallel möglichen Chat, der wohl eher zur Übertragung von Links verwendet wird. Wie Bei ICQ oder MSN Messenger kann man Skye auch als reines Chat-Tool verwenden und auf die Telefonie verzichten.
Sehr komfortabel wird es mit eiem GTN-Funk-Headset, der einem einen Aktionsradius von rund 200 Metern rund um den PC ermöglicht. Da diese Qualitätsheadsets sehr teuer sind, unterstützt Skype seit Februar auch Pocket PCs. Diese gibt es inklusive Wireless LAN und Headset schon für einige 100 Euro. Die vorhandene Netzwerkinfrastruktur kann so einfach mitverwendet werden. Zudem hat man auch sein ganzes Telefonbuch dabei und muss sich nicht, wie bei einem Funk-Headset, auf die Annahme von Gesprächen beschränken.
Besonders beeindrucken war die problemlose Installation in einem Netzwerk mit Router, da gerade Router bei vielen Lösungen zu einem unüberwindlichen Kommunikationshindernis werden. Im Test gelang es allen Testpersonen ohne Fachwissen, das Programm in wenigen Minuten zum Laufen zu bringen. Die Sprachqualität ist sehr gut und hängt wesentlich von der Qualität des Mikrofons ab. 
Genau diese Routerproblem führen dazu, dass der MSN Messenger nicht für VoIP angenommen wird. Hat der Anwender Windows XP im Einsatz, so gibt es unter Software/Windows Komponenten/Netzwerk die Funktion "Universelles Plug and Play". Da viele Router UPnP unterstützen, sollte man diese Komponente installieren. Ab Version 6.0 des Messenger wird UPnP ebenfalls unterstützt. UPnP ermöglicht Verbindungen über Router und damit Mindestvorraussetzungen für viele Kommuniktionsprogramme. Leider installiert sich diese Komponente nicht automatisch bei der Windowsinstallation mit. Ebenso wenig funktioniert der automatische Update des Messenger 4.7 (in Windows enthalten) auf 6.1. Die alte Version des Messenger muss unbedingt deinstalliert werden, bevor man sich von messenger.msn.de die aktuelle Version saugt. Messenger bietet neben der Sprachkommunikation auch Video, Whiteboard, Dateiübertragung und Remote Desktop.
Der Chat mit dem MSN Messenger funktioniert eigentlich immer. Dagegen hat man mit einem Router im Verbindungsweg keine Erfolge mit allen anderen Komponenten, falls UPnP nicht bei allen Komponenten eingeschaltet ist.
Die besondere Stärke des MSN Messenger ist der Remote Desktop, der dem Gesprächspartner den eigenen Bildschirm zeigt und bei Bedarf sogar die vollständige Steuerung des PC übergibt. Besonders für Fernwartung und Hilfe bei Problemen eine sehr hilfreiche Anwendung.
Klaus D. Minhardt 
Letzte Änderung: 00:08 07/02 2005
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